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Sicherer Strom für Unternehmen

Eine Studie von Deutsche Bank Research empfiehlt eine innovative Idee als Mittel gegen Versorgungsschwankungen

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Die Energiewende geht weiter – das stellt auch die neue Bundesregierung wieder klar. Unklar ist jedoch, welche Technik die mittelfristig zunehmenden Speicherprobleme lösen soll, die mit der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen verbunden sind. Denn weil die Sonne nicht immer dann scheint oder der Wind dann bläst, wenn Haushalte und Industrie den meisten Strom brauchen, werden passende Depots für die überschüssige Energie gesucht. Eine neue Studie von Deutsche Bank Research empfiehlt jetzt eine innovative Technik, um Schwankungen bei der Energieversorgung aufzufangen: „Power-to-Gas“, kurz P2G. Die Idee hinter diesem Konzept ist bestechend einfach: Statt den Ökostrom in Batteriesystemen oder teuren Pumpspeicherwerken zu parken, wird einfach das schon bestehende Gasnetz genutzt. Dazu wird mithilfe des überschüssigen Stroms Wasserstoff oder Methan hergestellt. Vor allem Methan kann dann in den Gasleitungen transportiert und später als Energielieferant verwendet werden.

„P2G schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärt Deutsche Bank Research Analyst Josef Auer, der Autor der neuen Studie. „Erstens müssen keine neuen teuren Energiespeicher gebaut werden, weil Deutschland bereits über ein ausgebautes Gasnetz mit großen Speicherkapazitäten verfügt. Zweitens birgt das Konzept auch für die traditionelle Gaswirtschaft neue Chancen. Denn angesichts immer besser gedämmter Häuser sinkt die traditionelle Nachfrage nach Gas für die Wärmegewinnung.“ Noch ist P2G in Deutschland Zukunftsmusik, 2013 waren erst neun Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff oder Methan im Betrieb, 13 weitere befanden sich in Bau oder Planung. Um die neue Technologie voranzubringen, hat sich um die Deutsche Energieagentur und fast 30 Partner aus Wirtschaft, Forschung und Verbänden die „Strategieplattform Power-to-Gas“ gebildet und ehrgeizige Ziele für den weiteren Ausbau gesetzt. „Im Prinzip ist P2G heute technologisch bereits einsatzfähig, wobei derzeit Verfahren und Komponenten zur Erleichterung der Markteinführung weiterentwickelt und optimiert werden.“

Studienautor Josef Auer fordert jetzt Unterstützung von der Politik für die kommerzielle Markteinführung des Systems. Mithilfe von Regierung, Industrie und Forschungsinstituten kann das bis Mitte der 2020er Jahre gelingen. Bis dahin, so Josef Auer, reichen traditionelle mechanische Speicher noch aus. Erst wenn anschließend der Ökostromanteil stark angewachsen sei, erforderten die damit verbundenen steigenden Stromversorgungsschwankungen neue Lösungen für die Bereitstellung von Energie. „Wird die Energiewende planmäßig fortgesetzt, muss einem – nicht zuletzt auch dank der P2G-Innovationen – um die massive Expansion der Erneuerbaren und deren tragende Rolle in der Stromwirtschaft nicht bange werden“, fasst Auer zusammen. „Und für die damit verbundenen Herausforderungen steht mit P2G künftig eine leistungsfähige Techniklösung jenseits traditioneller Antworten bereit.“

Importware Energie

2012 musste Deutschland immerhin noch 68 Prozent seines Energiebedarfs im Ausland abdecken. Hinzu kommt, dass die Energieimportrechnung dafür mit mehr als 94 Milliarden Euro eine neue Spitze markierte. Der Löwenanteil entfiel wie in den Vorjahren auf die fossilen Energieträger Öl, Erdgas und Steinkohle. Insgesamt zahlte Deutschland 2012 trotz der Anstrengungen rund um die Energiewende eine etwa doppelt so hohe Energierechnung wie im Jahresdurchschnitt 2000 bis 2010.


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