Gewebeherstellung im Ruhrgebiet: Die Textilbranche investiert weniger am Standort Deutschland

Foto: Bernd Arnold/Visum

Leben wir von der Substanz?

Deutschlands Investitionen zählen zu den niedrigsten aller Industrieländer. Bremst das das Wachstum? Eine neue Studie gibt differenzierte Antworten

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Eine wachsende Wirtschaft braucht Büros, Maschinen und Software. Doch Deutschlands Unternehmen halten sich mit solchen Investitionen zurück. Wirtschaftsexperten warnen bereits vor einer „Investitionslücke“. Eine solche Lücke besagt, dass wir deutlich mehr Produktivität, bessere Löhne und mehr Wachstum hätten, wenn investiert würde. Während in der Diskussion meist nur die Gesamtentwicklung beleuchtet wird, nimmt eine Studie von Deutsche Bank Research jetzt die einzelnen Branchen unter die Lupe. Autor Eric Heymann versteht die Besorgnis: „Es ist schon erstaunlich, dass die deutsche Industrie in ihrer Heimat den Kapitalstock im langfristigen Vergleich nicht nur nicht ausgebaut, sondern sogar leicht verringert hat.“ Heymanns Untersuchung ergibt aber ein differenziertes Bild. Der Branchenvergleich illustriert grundsätzliche Verschiebungen in der Wirtschaft. Branchen mit langfristig schlechten Aussichten am Standort investieren weniger als Erfolgsbranchen wie die Automobilindustrie. Und Dienstleistungsbranchen stehen insgesamt besser da – Indiz für deren steigende Bedeutung in der Zukunft. Eine „Investitionslücke“ privater Unternehmen gibt es deshalb (noch) nicht, glaubt der Analyst – sondern bisher nur ein Warnzeichen an die Politiker: „Wären die politischen Rahmenbedingungen besser, würde die Privatwirtschaft mehr investieren.“

 

Die Studie
Deutsche Bank Research: „Investitionen in Deutschland auf Branchenebene“, kostenlos downloadbar unter www.dbresearch.de

Grafik:
Maschinen und Software statt Steine und Beton

Maschinen und Software statt Steine und Beton

Maschinen und Software statt Steine und Beton

Die Gesamtzahlen geben nur ein ungenaues Bild: Es wird durchaus investiert, nur nicht in Gebäude. Kein einziger industrieller Wirtschaftszweig hat den realen Wert seines Gebäudebestands erhöht. Rechnet man das heraus, sind die Zahlen deutlich positiver

QUELLE: STATISTISCHES BUNDESAMT



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