VW-Werk in Mexiko: 40 Prozent der Investitionen im Land entfallen auf die Automobilproduktion und die Produktion von Autoteilen

Foto: FRISCO GENTSCH/VOLKSWAGEN

500 000 Arbeitsplätze

Deutsche Unternehmen sorgen in Lateinamerika für viel Beschäftigung. Um attraktiv zu bleiben, braucht der Standort aber Reformen, zeigt eine neue Studie 

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Die Verschlechterung der Wachstumsaussichten in einigen lateinamerikanischen Ländern könnte negative Auswirkungen für die deutschen Direktinvestitionen in dieser Region haben. Das zeigt eine neue Studie von Deutsche Bank Research. „Lateinamerika hat an konjunktureller Dynamik verloren. Der starke Rückgang der Rohstoffpreise, verstärkt durch länderspezifische Probleme, dürfte das Wachstum der Region im Zeitraum von 2016 bis 2020 auf etwa zwei Prozent beschränken“, schreibt Magdalena Forster, Analystin bei Deutsche Bank Research und Autorin der Studie. „Während deutsche Unternehmen im Ausland zunehmend in Emerging Markets investieren, verringerte sich Lateinamerikas Anteil an den gesamten ausländischen Direkt­investition 2013 auf 4,6 Prozent“, so Forster. Noch in den 1990er-Jahren spielte Lateinamerika eine sehr viel größere Rolle.

Unter den größeren deutschen Investitionsstandorten verzeichneten Chile und Venezuela Abflüsse, in Brasilien und Mexiko dagegen stieg 2014 das Investitionsvolumen. Der größte Bestand deutscher Direktinvestitionen befindet sich in Brasilien und Mexiko, was auf die Größe und diversifizierte wirtschaftliche Basis dieser beiden Länder zurückzuführen ist. 2013 sorgten insgesamt 1900 Unternehmen mit deutscher Beteiligung für 500 000 Arbeitsplätze in der Region. Bei Investitionen rückt zunehmend ein neues Motiv in den Vordergrund: Zwar nennen Unternehmen als wichtigste Gründe für ihr Auslands- engagement weiterhin Vertrieb und Kundendienst. Doch deren Anteil ging von 2010 bis 2015 um neun Prozentpunkte auf 51 Prozent zurück. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Motiv der lokalen Produktion für regionale Märkte von 26 auf 35 Prozent.

Für keine Region der Welt mit Ausnahme der USA wird dieses Motiv so häufig von deutschen Unternehmen genannt. Nach Ansicht von Magdalena Forster erklärt dies auch, warum einige Länder in Lateinamerika trotz ihrer niedrigen Bewertungen in Geschäftsklima- und Wettbewerbsrankings stabile Investitionen verzeichnen: Hohe Importzölle oder andere Handelsbarrieren machen lokale Produktionsstätten kosteneffizienter als Vertriebszentren. Die Länder müssten sich aber darauf einstellen, einen weiteren Anteil der deutschen Direktinvestitionen an andere Schwellenländer zu verlieren, wenn sie auf Strukturreformen zur Verbesserung des Geschäftsumfelds verzichteten.

 

WEITERE INFORMATIONEN
Die Studie „Deutsche Unternehmen in Lateinamerika. Eine Bestandsaufnahme“ gibt es zum kostenlosen Download unter www.dbresearch.de

Grafik:
Deutsche Investitionen

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Ausländische Direktinvestitionen (ADI) deutscher Unternehmen in Lateinamerika: Brasilien und Mexiko dominieren.

STAND: 2013: QUELLE: DEUTSCHE BUNDESBANK, DEUTSCHE BANK RESEARCH 2015


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