Eurozeichen vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: selbstbewusste Nummer zwei

Foto: ISTOCK

Die Welt setzt (bislang) auf Dollar und Euro

Die Rangfolge der weltweit wichtigsten Reservewährungen bleibt stabil. Doch Alternativen wie Chinas Renminbi gewinnen an Bedeutung

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Ewiger Zweiter oder etablierte Alternative – die Rolle des Euro als Weltreservewährung ist auch eine Frage der Perspektive. Tatsache bleibt: Der Euro konnte seinen zweiten Platz bislang problemlos verteidigen. Dies illustriert eine neue Untersuchung von Deutsche Bank Research.

Dabei zeigt sich: Auch diverse Krisen seit Einführung des Euro änderten nichts am grundsätzlichen Verhältnis zum US-Dollar als Reserve für die Notenbanken der Welt. Zwar hat sich in den Jahren nach der Finanzkrise das Gewicht des Euro an den internationalen Währungsreserven spürbar verringert. Nachdem der Euroanteil 2009 einen Höchstwert von 28 Prozent erreichte, schrumpfte dieser und konnte sich schließlich in den vergangenen zwei bis drei Jahren bei knapp 20 Prozent stabilisieren. „Ein wesentlicher Teil dieser mittelfristigen Abnahme ist allerdings der starken Dollaraufwertung zuzuschreiben“, erklärt Kevin Körner, Ökonom bei Deutsche Bank Research und Co-Autor der Studie. „Rechnet man das ein, zeigt sich die Robustheit des Euro in Zeiten erhöhter Unsicherheit.“

Deutlich wird allerdings auch, dass Dollar wie Euro Anteile zugunsten anderer Reservewährungen aufgeben mussten. „Die Diskussion um die führende Weltreservewährung des 21. Jahrhunderts gewinnt dadurch an Bedeutung“, so Körner. Dazu tragen auch die Bestrebungen Chinas bei, die internationale Rolle des Renminbi zu stärken. Die Rolle als Reservewährung ist aber nur ein Indiz für die globale Bedeutung einer Währung. Etwa ein Viertel aller Währungen ist an den US-Dollar gekoppelt, fast die Hälfte aller Transaktionen weltweit (inklusive des Löwenanteils aller Ölgeschäfte) wird weiterhin in Dollar abgerechnet. An seiner dominanten Stellung werde deshalb in naher Zukunft kaum zu rütteln sein, so die Studie.

Die Studie
Deutsche Bank Research: „Weltreservewährungen – (wie lange) wird die Dollar-Euro-Dominanz bestehen?“, kostenlos downloadbar unter www.dbresearch.de

Der Euro zeigt sich resistent gegen Krisen

Geldvergleich

Welche Währungen halten die Zentralbanken der Länder als Reserve? Die Antwort lässt auf die Bedeutung dieser Währung für die Weltwirtschaft schließen. Wer den Status einer Reservewährung genießt, hat einen besseren Zugang zu Finanzmärkten – aber nicht zwangsläufig auch mehr geopolitisches Gewicht.
Quelle: IMF COFER, Deutsche Bank Research

US-Dollar
Sonstige
Euro
Renminbi
  • 100 %
  • 90 %
  • 80 %
  • 70 %
  • 60 %
  • 50 %
  • 40 %
  • 30 %
  • 20 %
  • 10 %
  • 0 %
Anteil der Währungen in
den Zentralbanken
US-Dollar Euro sonstige

Einführung

1999 kommt der Euro – und damit eine ernst zu nehmende Alternative zur Leitwährung US-Dollar

Entkopplung

Die chinesische Notenbank koppelt den Renminbi an einen Währungskorb statt nur an den US-Dollar. Darin sind heute 13 Währungen, u. a. USD (26 %), EUR (21 %) und Yen (14 %)

US-Immobilienkrise

Im Auftakt der internationalen Finanz­krise erreicht der Euro seinen bis heute höchsten Wechselkurs gegenüber dem Dollar bei EUR/USD 1,60 im Juli 2008

Lehman-Pleite

Das Gewicht des Euro steigt 2009 mitten in der Finanzkrise auf seinen bisherigen Höchstwert von 28 Prozent der internationalen Währungsreserven

Eurokrise

In der Krise um die europäischen Staatsschulden zeigt der Euro seine Robustheit als Reservewährung

Draghi

Der europäische Notenbankchef kündigt an, er werde tun, „whatever it takes“, um den Euro zu schützen

QE-Stopp

Die amerikanische Notenbank beendet den 2008 begonnenen Ankauf von Anleihen, zuletzt besitzt sie Papiere im Wert von 4,5 Trillionen US-Dollar

Brexit

Das britische Referendum lässt die Notenbanken auf der Welt vorerst relativ kalt

Neuzugang

Der IWF weist den Renminbi erstmals separat in seinem Währungskorb aus

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