Lücken schließen: Die Altersversorgung mit Arbeitgeber-Unterstützung ergänzt die Rente

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Sechs Fragen, sechs Antworten: die betriebliche Altersversorgung

Gerade Mitarbeiter in kleinen und mittleren Unternehmen profitieren noch zu selten von einer betrieblichen Vorsorge. Das soll das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz jetzt ändern

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  • 1. Müssen Unternehmen jetzt mehr ausgeben?

    Die wichtigste Neuerung für Arbeitgeber: „Sie sind verpflichtet, sich zukünftig im Rahmen der Entgeltumwandlung an der Vorsorge zu beteiligen“, sagt Alexandra Bildner, bAV-Expertin der Deutschen Bank. Wenn ein Mitarbeiter aus seinem Brutto Vorsorgebeiträge wandelt, muss der Arbeitgeber auf diesen Betrag 15 Prozent Zuschuss leisten. Das gilt jedoch nur für Zahlungen bis zur Beitragsbemessungsgrenze – insofern der Unternehmer Sozialabgaben spart. Der Zuschlag wird bei Neuverträgen ab 2019 fällig, bei Altverträgen erst ab 2022.

    Kleine Firmen mit Nachholbedarf

    In Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitern muss die Mehrheit ohne Betriebsrente oder eine andere Form der betrieblichen Altersversorgung auskommen. Das soll sich ändern

     

  • 2. Welche Vorteile bietet das BRSG?

    Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz soll die betriebliche Altersvorsorge auch für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver werden. Denn gerade hier gibt ­es den größten Nachholbedarf. Der Anteil der Unternehmen, die bis­­her die betriebliche Altersvorsorge anbieten, ist aufgrund der Komplexität noch sehr gering. Etwa bietet bisher gerade einmal jedes zweite Unternehmen Entgeltumwandlung an. Dank der Neuregelungen dürfte sich der Anteil deutlich erhöhen. Durch das Angebot der betrieblichen Altersvorsorge schafft der Arbeit­geber ein attraktives Modell für den Aufbau einer steueroptimierten Rente, sowohl für sich (Mitarbeiterbindung/Fachkräftemangel) als auch für seine Arbeitnehmer.

  • 3. Was passiert mit der bestehenden betrieblichen Altersversorgung?

    Alle bisherigen Arten von Betriebs­renten wird es weiterhin geben und stehen Unternehmen als Angebot für Ihre Mitarbeiter zur Verfügung. Als neue Möglichkeit kommt die Sozialpartnerrente ohne Garantie hinzu. Die Einzahlung des neu eingeführten, verpflichtenden Arbeitgeberzuschusses i.H.v. 15 Prozent kann also in die bestehenden Verträge erfolgen. Dieser Arbeitgeberbeitrag muss jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von vier Prozent erfolgen. Die Deutsche Bank bietet gemeinsam mit ihrem Partner Zurich Versicherungen, Unternehmen sowohl die Überprüfung bestehender Vorsorgekonzepte, als auch passende neue Lösungen.

  • 4. Was bedeutet das „Sozialpartnermodell“?

    Der Begriff „Sozialpartnermodell“ bedeutet, dass Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften – die sogenannten Sozialpartner – für ihre jeweilige Branche über Konditionen und Partner in der bAV der Unter­nehmen entscheiden. Diese Entscheidung ist bindend für alle Unternehmen, die dem Branchentarif ange­hören. Eine tarifvertragliche Umsetzung ist die Voraus­setzung für das Sozialpartnermodell. Der Arbeit­geber ist nur dazu verpflichtet, seinen Beitrag an die Versorgungseinrichtung zu bezahlen. Den Arbeitnehmern wird eine „Zielrente“ in Aussicht gestellt, welche aber nicht garantiert ist. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sieht bei tarifvertraglich geregelten Betriebsrenten sogenannte Auto-Enrollment-und Opt-Out-Lösungen vor. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer auto­matisch in die Alters­versorgung seines Arbeitgebers aufgenommen wird und explizit widersprechen muss, wenn er sie nicht in Anspruch nehmen möchte.

  • 5. Wie kompliziert wird die Umsetzung in der Praxis?

    Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer ein Recht auf betriebliche Altersversorgung. Vor allem viele kleine und mittlere Unternehmen stellt dieser Rechtsanspruch vor Herausforderungen. Für eine zukunftssichere und individuelle Gestaltung eines Versorgungskonzepts, passend zum Unternehmen, ist eine professionelle Begleitung und Unterstützung durch einen Experten unumgänglich. „Unternehmen sollten das BRSG als Chance wahrnehmen und die Attraktivität am Markt für neue Mitarbeiter nutzen“, sagt Thilo Schäpers, bAV-Experte der Deutschen Bank. Denn der Wettbewerb um Fachkräfte spitzt sich zu. Spezialisten der Deutschen Bank helfen, die Komplexität zu reduzieren – mit individueller Beratung, Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter, Überprüfung und eventl. Aktualisierung einer Versorgungsordnung und einem Angebot aus einer Hand.

  • 6. Was sollten Unternehmer jetzt als Nächstes tun?

    Bestehende Versorgungsordnungen, Kollektivrahmen­verträge, Vertragsunterlagen, Pensionsrückstellungen sowie Gesellschafter-/Ge­schäfts­führerversorgungen sollten unbedingt überprüft und an die neue Gesetzeslage angepasst werden. „Betriebe, die bisher noch keine Versorgungskonzepte anbieten, können die Chance nutzen und jetzt aktiv auf die Arbeitnehmer zugehen“, sagt bAV-Experte Schäpers. Das heißt: Mitarbeiter informieren und ihnen die Möglichkeit anbieten aus dem Bruttogehalt zu sparen! Denn bei der Wahl des Arbeitgebers entscheiden die Fachkräfte längst nicht mehr nur anhand des Nettogehalts, sondern auch auf zusätzliche Komponenten.“ Neben einer attraktiven Betriebsrente kann beispielsweise auch das Angebot der Absicherung der Arbeitskraft ein entscheidendes Kriterium im Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeiter sein.

Weitere Informationen
Weitere Informationen zum Thema und Kontakt­daten von Ansprechpartnern der Deutschen Bank unter www.deutsche-bank.de/bav


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