Stühlerücken 2.0: Auch in gefragten Jobs müssen Mitarbeiter Beweglichkeit zeigen, zeigt die neue Studie. Die Arbeitsplätze sind oft in anderen Regionen beheimatet als die Bewerber

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Der Fachkräftemangel gefährdet den digitalen Wandel in Familienunternehmen. Eine Studie untersucht relevante Berufsfelder und gibt detaillierte Tipps

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Die Digitalisierung ist eines der großen Schlüsselprojekte unserer Zeit. Doch ausgerechnet dafür fehlt es an qualifizierten Arbeitskräften. Wie sehr, das hat eine von der Stiftung Familienunternehmen beauftragte Studie untersucht. Dabei wurden die für die Digitalisierung besonders wichtigen Berufsfelder analysiert: Maschinen- und Fahrzeugtechnik; Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik; Informationstechnik sowie technische Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung.

Die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellte Studie („Fachkräfte für die digitale Transformation. Arbeitsmarktsituation und Gestaltungsmöglichkeiten“) kommt zu einem ziemlich ernüchternden Ergebnis: Der Fachkräftemangel gefährdet die digitale Transformation der deutschen Familienunternehmen. Stiftungsgeschäftsführer Stefan Heidbreder warnt daher vor einer „nachhaltigen Schwächung des Stand­ortes“. Am größten ist der Bewerbermangel im Bereich der Fachkräfte mit Berufsausbildung. Heidbreder fordert deshalb von Politik und Unternehmen „einen stärkeren Fokus auf die Ausbildungsberufe“.

Mitarbeiter als „Botschafter“

Den mit Abstand höchsten Fachkräftebedarf sehen die Autoren in den Mechatronik-, Energie- und Elektrotechnikberufen. „Der Fachkräftemangel wird immer mehr Berufe und Regionen treffen“, sagt Alexander Burstedde, einer der Autoren der Studie.

Die Wissenschaftler geben zahlreiche Handlungsempfehlungen an die Politik, etwa eine bessere Berufsorientierung in den Schulen, die Stärkung der beruflichen Bildung, die Unterstützung des lebenslangen Lernens. Sie empfehlen, regionale Mobilität mit gezielten Hilfen individuell zu fördern, das regionale Fachkräftemarketing auszubauen oder die existierende Positivliste im Zuwanderungsgesetz um weitere nachgefragte Ausbildungsberufe zu erweitern.

Aber auch die Unternehmen müssen handeln. So empfiehlt die Studie etwa verstärktes Employer Branding, den Einsatz eigener Mitarbeiter als authentische „Botschafter“ oder die gezielte Ansprache ausländischer Hochschulabsolventen. Und vor allem: selbst auszubilden, selbst weiterzubilden. „Familien­unternehmen sind attraktive Arbeitgeber“, sagt Heidbreder. Das müssen sie auch zeigen.

Einige Unternehmen reagieren auf den Fachkräftemangel mit Standortentscheidungen: Der Hersteller von Elektroinstallationstechnik Obo Bettermann aus dem Sauerland hat seine neue Digitalsparte kurzerhand in Köln errichtet. Neben der zentralen Lage und guten Erreichbarkeit bietet Köln genau die Digitalexperten, die gebraucht werden.

Grafik:
Offene Stellen für Fachkräfte

Offene Stellen für Fachkräfte

Offene Stellen für Fachkräfte

Wo sind die Jobs, wo wohnen die Bewerber? Ein Vergleich zwischen Stellenüberhang (rote Grafik, umschalten unten rechts) und Arbeitslosenüberhang (blaue Grafik) zeigt die regionalen Unterschiede

 IT-Berufe

Maschinen- und Fahrzeugtechnik-Berufe

Mechatronik-, Energie und Elektrotechnik-Berufe

F & E, Konstruktions- und Produtionssteuerungs-Berufe


Die Studie
Weitere Informationen zur Studie „Fachkräfte für die digitale Transformation“ finden Sie hier als Download


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