Stahlproduktion in China: Staatliche Subventionen verzerren Preise auf dem Weltmarkt. Das bietet viel Stoff für Auseinandersetzungen

FOTO: IMAGECHINA/CORBIS

Mehr Wettbewerb mit China

Wie man in Europa mit chinesischen Importen bei Anti-Dumping-Untersuchungen umgeht, könnte sich demnächst ändern. Was bedeutet das für Unternehmen?

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Beschwerden gegen chinesische Unternehmen wegen wettbewerbsverzerrender Praktiken könnten in Zukunft schwieriger werden. Im Dezember läuft eine Ausnahmeregelung aus, die inzwischen 15 Jahre alt ist und eine spezielle Behandlung von China erlaubte. „Die Frage, wie man Importe aus China in Anti-Dumping-Verfahren künftig behandeln wird, betrifft sowohl europäische als auch chinesische Unternehmen“, sagt Deutsche Bank Research Analystin Patricia Wruuck, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Hannah Levinger gerade eine Studie über das Thema veröffentlich hat. Die Europäische Kommission erarbeitet aktuell Vorschläge für die Zeit nach 2016. „Sie bewegt sich hierbei auf einem schmalen Grat, denn die EU-Länder sind sich nicht immer einig, wenn es um handelspolitische Schutzmaßnahmen geht, und auch die Beziehungen zu China sind unterschiedlich“, so Levinger und Wruuck. Klar ist nur: Gerade angesichts der Wachstumsschwäche in Europa und einiger besonders betroffener Sektoren dürfte es hier noch einigen Diskussionsbedarf geben.

Die Studie
Deutsche Bank Research: „Ending China’s differential treatment. What’s at stake for EU trade defence?“
Kostenloser Download unter www.dbresearch.de

  • Wichtiger Handelspartner China

    Die Bedeutung von China als Handelspartner unterscheidet sich bei den EU-Staaten. Gerade für Länder wie Finnland oder Deutschland ist auch der reibungslose Export zum asiatischen Handelspartner wichtig.

     

  • Streitfall Stahl

    Mehr Volumen zu geringeren Preisen: Chinas Handelspartner kritisieren den Anstieg der Stahlexporte. China hat aber angekündigt, Subventionen beim Stahl abzubauen.

     

  • Anti-Dumping und Jobs

    Mit Produkten, für die gegenwärtig Schutzzölle auf chinesische Importe bestehen, sind rund 234 000 Jobs verbunden, so eine Schätzung. Die höchsten Anteile haben hierbei – unter anderem aufgrund von Größe und Industriestruktur – Italien und Deutschland.

     

  • Wo gibt es Probleme?

    China ist inzwischen Spitzenreiter bei Importen in die EU. Chinesische Produkte sind allerdings auch am häufigsten Gegenstand von Anti-Dumping-Untersuchungen (blaue Balken). Zum Vergleich: Produkte aus den USA, aktuell zweitgrößter Importeur, sind deutlich seltener Anlass von Beschwerden. Auch werden seltener Schutzzölle verhängt.

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