New York und Frankfurt: Amerikanische Steuergesetze beeinflussen das wirtschaftliche Verhältnis der beiden Partner

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Was bringt uns Trump?

Mehr Zölle, weniger Steuern: zwei Expertenmeinungen zur neuen US-Wirtschaftspolitik

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„Einfuhrzölle sind nicht alles“

Deutsche Unternehmen in den USA kämpfen mit Un­sicherheiten – doch dafür ist nicht allein die Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump verantwortlich. Der im Vergleich zum Euro abwertende Dollar und steigende Zinsen tragen dazu genauso bei wie die neuen Einfuhrzölle. Dies alles aber wird den deutschen Mittelstand nicht davon abhalten, in den USA aktiv zu bleiben oder sich dort verstärkt zu engagieren. Denn der Umgang mit Risiken ist für die Unternehmer Tages­geschäft. Angelockt von der insgesamt sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung besteht im Mittelstand ein ungebremster Trend zum Engagement in den USA. Die Steuerreform wird die Nachfrage weiter stärken, auch deutsche Unternehmen begrüßen sie deshalb grundsätzlich – selbst wenn sie einige Auswirkungen noch nicht abschätzen können. Eine weit größere Herausforderung für die US-Standorte deutscher Unternehmen ist die Personalsuche. Wir sehen Betriebe, die an der Kapazitätsgrenze produ­zieren und händeringend gute Kräfte suchen. Ein weiteres Argument für die USA ist, dass alternative Expansionsmärkte beispielsweise in Asien eine vergleichsweise geringere Kaufkraft bieten – dort aber noch höhere politische und wirtschaftliche Risiken herrschen. So macht Donald Trump durchaus Werbung für den US-Markt. Nicht umsonst heißt es in der Werbeindustrie: „There is no bad publicity.“


Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump setzt Deutschland unter Druck. Mit der Steuerreform holen die USA auf. Investitionen dort werden für deutsche Unternehmen noch attraktiver – einschließlich einer Stärkung der Forschungskapazitäten. Daher ist die deutsche Politik gefordert. Denn die im Koalitionsvertrag vereinbarte Förderung von Forschung und Entwicklung allein wird die Sogwirkung aus den USA nicht kompensieren. Viele Mittelständler sind in Deutschland steuerlich vergleichsweise stark belastet. Hier sollte die Regierung gegensteuern. Nicht zur Nachahmung geeignet: Trumps handelspolitische Alleingänge, die große Sorgen schüren. Der freie Welthandel hat ent­scheidend zum globalen Wachstum der vergangenen Jahrzehnte beigetragen, das nun gefährdet wird. Trump betrachtet den grenzüberschreitenden Warenaustausch als Nullsummenspiel und könnte so eine Erosion der Weltwirtschaftsordnung auslösen. Dass er die Gefährdung der nationalen Sicher­heit als Begründung von um­fassenden Einfuhrzöllen anführt, ist neu – der Willkür wären Tür und Tor geöffnet, wenn das Beispiel Schule machte. Die besonnene Haltung der EU ist aber sinnvoll.

„Deutschland unter Druck“


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