Dienstleistungswirtschaft treibt Hauspreise und Arbeitsmarkt: Wird Berlin zur teuersten deutschen Metropole?

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Berlin: „Arm, aber sexy“ ade

Steigende Hauspreise spiegeln den Trend: Die Hauptstadt schließt auf zu den Metropolen im Westen Deutschlands

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Jahrzehntelang hinkte Berlins Wirtschaft dem Westen hinterher. Doch jetzt beginnt sich abzuzeichnen, dass Berlin nicht nur zu westdeutschen Metropolen aufschließt, sondern auf dem Weg ist, diese zu überholen. „Gerade der Job­aufbau in Zukunftsbranchen spricht für die Entstehung einer Innovationshochburg Berlin“, schreibt Jochen Möbert, Analyst bei Deutsche Bank Research, in einem aktuellen Kommentar zur wirtschaftlichen Entwicklung der Hauptstadt.

Ausgangspunkt seiner Argumentation: Trotz der starken Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt ist das Wohnen in Berlin günstiger als in westlichen Metropolen Deutschlands und entsprechend gefragt. Doch das Angebot neuer Wohnungen hält mit der Nachfrage nicht Schritt. So entstand mit knapp 16 000 neuen Wohnungen nur ein Bruchteil dessen, was angesichts des Einwohnerwachstums nötig ist. Zwischen 2011 und 2017 stieg die Zahl der Berliner um fast 290 000 – bis 2030 erwartet Berlin weitere 260 000 Einwohner. Für die Attraktivität spricht auch der florierende Arbeitsmarkt. Besonderheit der Hauptstadt: Der Beschäftigungsaufbau findet vor allem im Dienstleistungssektor statt. Dort wurden zwischen 2013 und 2018 mehr als 200 000 neue Jobs geschaffen und damit mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, als es aktuell im produzierenden Gewerbe überhaupt gibt. Am kräftigsten wächst die Informations- und Kommunikationsbranche – hier spiegelt sich Berlins Rolle als Start-up-Hauptstadt wider.

Ergebnis der Untersuchung: Es sprechen weiterhin viele Faktoren für einen Berliner Superzyklus, der weit über das Jahr 2020 andauern könnte. Analyst Möbert: „Berlin kann zu einer der teuersten deutschen und auch europäischen Metropolen werden – und die Stadt entwickelt sich zudem zu einer der innovativsten Städte Europas. Der Slogan aus dem Jahr 2003 des damaligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit ‚arm, aber sexy‘ könnte also bald durch ‚reich und innovativ‘ abgelöst werden.“

Die Studie
Aktueller Kommentar: Berlin: „Arm, aber sexy“ ade. Download unter
www.dbresearch.de

Grafik:
Jobmotor Dienstleistung

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Mehr als 200 000 neue Jobs sind zwischen 2013 und 2018 in Berlin entstanden – vor allem in Zukunftsbranchen und der Wissensökonomie.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bank Research

  • produzierendes Gewerbe
  • Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (1)
  • Information und Kommunikation (2)
  • sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (3)
  • Dienstleistungssektor (ohne Bereiche 1, 2 und 3)

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