Deutsche Kunden zahlen am liebsten bar: 74 Prozent aller Zahlvorgänge und 48 Prozent des gesamten Einkaufswerts wurden 2017 mit Münzen und Scheinen beglichen

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Vom Bar- zum E-Geld

Wie zahlen die Deutschen? Eine Untersuchung von Deutsche Bank Research gibt Aufschluss

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Wenn es ans Bezahlen geht, greifen Deutsche immer noch am liebsten zum Bargeld. Fast drei Viertel aller Bezahlvorgänge und fast die Hälfte des Gesamtwerts deutscher Einkäufe wurden 2017 mit Münzen und Scheinen bezahlt. „Kein anderes Zahlungsmittel ist in Deutschland ähnlich beliebt“, sagt Heike Mai, Analystin bei Deutsche Bank Research, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Orcun Kaya eine aktuelle Untersuchung zu Finanzen der privaten Haushalte veröffentlicht hat.

Doch während die Liebe zum Bargeld bei Deutschen ungebrochen ist, gibt es bei anderen Zahlungsarten deutliche Verschiebungen. Das zeigt sich unter anderem beim E-Geld, vertreten etwa durch den größten Anbieter PayPal. Nach Schätzungen von Deutsche Bank Research erledigte 2017 jeder Einwohner über 14 Jahre geschätzt 15 Transaktionen, dabei ging es durchschnittlich um einen Betrag von 42 Euro. Damit verzeichnet das E-Geld ein Wachstum von fast einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahr.

Solche Zahlen verblassen angesichts der beliebten unbaren Zahlungsart: 2017 hat jeder Deutsche über 14 Jahre im Durchschnitt geschätzt 105 Rechnungen über jeweils 330 Euro per Lastschrift beglichen. Gerade für das Bezahlen wiederkehrender Verpflichtungen und Rechnungen ist diese Zahlform unbestritten die Nummer eins.

Gleich dahinter folgt die Debit- oder Kreditkarte. „Bei den sechs Milliarden Kartenzahlungen kann man davon ausgehen, dass es sich überwiegend um Konsumentenzahlungen handelt“, so die Analystin von Deutsche Bank Research. Statistisch zahlte 2017 also jeder erwachsene Deutsche 84-mal einen Betrag von 60 Euro mit Karte. Kreditkarten werden dabei deutlich weniger als Debitkarten eingesetzt, aber häufig für Onlinezahlungen im Internet genutzt.

Mobilzahlungen stark im Kommen

Und wie sieht es mit dem mobilen Bezahlen per Karte oder Smartphone aus? „Umfragen zeigen, dass 2017 nur eine Minderheit von etwa fünf bis sieben Prozent der Verbraucher mit dem Smartphone bezahlt hat“, schätzt Heike Mai. Doch die Aussichten für ein Wachstum der Zahlungen per Smartphone sind gut , zumal diese Möglichkeit in immer mehr Geschäften angeboten wird und Banken und andere Anbieter mit neuen Lösungen auf den Markt drängen. So bietet die Deutsche Bank inzwischen auch Apple Pay als Zahlungsmöglichkeit an.

Weiter verbreitet als die Nutzung des Smartphones ist derzeit die Plastikkarte: Anfang 2018 zahlten bereits 15 Prozent der Verbraucher kontaktlos damit. Heike Mai: „Es werden quasi flächendeckend mobile Bezahllösungen angeboten – die Zahler haben die Wahl, von bar bis mobil.“

Ob das Bargeld dadurch in Deutschland verdrängt wird, ist aber längst nicht ausgemacht – anders als in anderen europäischen Ländern dominieren Metall und Papier hier weiterhin klar über Plastik und Smartphone.

Die Studie
Deutsche Bank Research: Bar, elektronisch, online: Wie zahlen die Deutschen? Download unter
www.dbresearch.de

Grafik:
E-Banking: Überweisung ist (noch) klarer Favorit

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Online angewiesene Zahlungen 2017 in Millionen Euro

EZB, Eurostat, Deutsche Bank Research


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