Solarpaneel-Produktion: Nur 1,3 Prozent des deutschen Primärenergieverbrauchs stammen aus der Fotovoltaik

FOTO: DPA/HENDRIK SCHMIDT

Zu hohe Ziele, zu wenig Zeit

Die deutsche Energiewende kommt derzeit nur dort voran, wo der Staat mit großzügigen Subventionen hilft. Die Erwartungen werden sich kaum überall erfüllen lassen

zum Artikel

results Abonnement

So kommt results direkt auf Ihren Schreibtisch

Mit dem kostenlosen Print-Abo verpassen Sie keine Ausgabe und haben wichtige Tipps und Analysen für Mittelständler stets griffbereit.

Hier kostenfrei bestellen

Bei vielen Zielen der deutschen Energiewende bleibt die Entwicklung hinter dem Zeitplan zurück. Das zeigt eine neue Untersuchung von Deutsche Bank Research. Fortschritte werden vor allem dort erzielt, wo der Staat mit Subventionen hilft. Wo es keine oder nur niedrige Förderung gibt, zeichnen sich dagegen Zielverfehlungen ab. „Wenn man den Zwischenstand der Energiewende mit einem Satz beurteilen müsste, könnte dieser lauten: Deutschland hat sich wohl zu viel in zu kurzer Zeit vorgenommen“, schreibt der Autor der Studie, Analyst Eric Heymann von Deutsche Bank Research (siehe auch Interview). Die öffentliche Diskussion in Deutschland dreht sich vor allem um die Stromproduktion – und tatsächlich kommt hier der Ausbau von Windkraft oder Fotovoltaik gut voran. Doch so entsteht ein falsches Bild, denn Strom macht nur rund ein Fünftel des Endenergieverbrauchs in Deutschland aus. In anderen Bereichen sieht es sehr viel schlechter aus. Auch beim Energiesparen werden die ehrgeizigen Ziele wohl nicht erreicht – das ist allerdings auch die Folge einer guten Konjunktur in Deutschland. Fazit der Studie: Die staatliche Mischung aus Förderung und gesetzlichen Verboten und Geboten führt zu Eingriffen in Eigentumsrechte und Wahlfreiheiten. Doch diese Instrumente sind häufig ineffizient. „Ein reformiertes Emissionshandelssystem mindestens auf europäischer Ebene könnte dafür sorgen, dass die vorhandenen 
Mittel besser eingesetzt werden“, so Heymann.

Die Studie
Deutsche Bank Research: „Deutsche Energiewende: Zielverfehlungen in Sicht“, kostenlos downloadbar unter www.dbresearch.de

  • Treibhausgas: 
Schon die 2020er-Marke ist gefährdet

    Eines der wichtigsten Ziele der Energiewende ist die Reduzierung der Treibhausgase, allen voran CO2. Bis 2020 sollen sie um 40 Prozent, bis 2050 sogar um mindestens 80 Prozent unter den Werten von 1990 liegen. Doch um das erste Ziel noch zu erreichen, müssen die Werte allein zwischen 2015 und 2020 fast so stark sinken wie in den 20 Jahren zuvor.

     

  • Öl bleibt die Nummer 1

    Auch nach 15 Jahren EEG-Förderung tragen Wind und Sonne nur zu 3,7 Prozent am Primärenergieverbrauch bei. Fast 80 Prozent kommen aus fossilen Trägern.

     

     

  • Strom: EEG zeigt Wirkung

    Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lockt mit festen Preisen und Abnahmegarantien. So wird das Ziel wohl erreicht: Bis 2020 sollen 35 Prozent des Stroms aus Windkraft & Co. erzeugt werden.

  • Wärme: Gut auf Kurs

    Auch im Bereich Wärme und Kälte sorgt ein Anreizprogramm des Staates für finanzielle Unterstützung. Ziele über die 14-Prozent-Marke im Jahr 2020 hinaus gibt es derzeit nicht.

  • Verkehr: Schlechte Aussichten

    Ohne Subventionen sieht es schlecht aus: Der Anteil der Erneuerbaren im Verkehrssektor sinkt derzeit sogar. Das Ziel von zehn Prozent 2020 dürfte verfehlt werden.

Verwandte Artikel

 


Artikel teilen

article_arrow_right
03-2016/zu-hohe-ziele-zu-wenig-zeit.html
Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Weitere Infos zu Cookies und deren Deaktivierung finden Sie hier.