Idealbild Familienglück: Kinder lernen heute früh, über die ersten Vorstellungen hinauszudenken – und kreativ mitzugestalten. Dabei unterstützt das bundesweite Projekt "Baut Eure Zukunft"

Video: Shutterstock

Baut euch eure Zukunft

Wie löst man Probleme? In einem bundesweiten Projekt lernen Schüler, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln. Die Deutsche Bank zeichnete jetzt die besten Teams in Berlin aus

Text: Josephine Pabst

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Schüler wissen viel zu wenig über Berufe. Davon sind Tilmann, Willi und Paul von der Oberbarnim­schule in Eberswalde überzeugt. Die meisten von ihnen kennen die Jobs der Eltern, haben sich im Schülerpraktikum ein Unternehmen genauer angeschaut, aber die unzähligen Optionen der Zukunftswelt bleiben trotzdem schwer vorstellbar. Die Elft­klässler aus dem Nordosten Brandenburgs wollen das gern ändern. Ihre Idee: regelmäßige Exkursionen und Projekttage bei Betrieben aus der Umgebung. Nicht nur einen, sondern jede Menge Besuche, damit sie sich vorstellen können, was eigentlich ein Schreiner tut, sagen die Schüler. Oder ein Mediendesigner. Oder ein Architekt.

Die Idee ist im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Baut Eure Zukunft“ entstanden, den die Deutsche Bank im vergangenen Jahr gestartet hat. Das Projekt soll Schülern helfen, mit großen und kleinen Problemen umzugehen und Lösungen zu erarbeiten, stets gemeinsam im Team. Und es soll das Selbstvertrauen und die Sozialkompetenzen von Kindern und Jugendlichen stärken, sie fit dafür machen, mit gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen. 46 Schülerteams aus achten, neunten und zehnten Klassen haben sich für den Wettbewerb beworben. Projektpartner sind die Deutsche Bank Stiftung und das gemeinnützige Unternehmen Social Impact.

Antworten auf Fragen, die Google nicht beantwortet

Die Idee stammt von Norbert Kunz. Kunz war einmal Lehrer, bevor er seinen Beruf aufgab und mehrere Unternehmen ­gründete, darunter Social Impact. „In vielen Schulen liegt der Schwerpunkt leider immer noch darauf, jede Menge Wissen zu generieren. Dabei ist es viel wichtiger, dass Kinder und Jugendliche Zusammenhänge verstehen und lernen, wie sie im Kollektiv Entscheidungen treffen und Probleme lösen“, sagt Kunz. Schließlich könne jeder googeln, wann Karl der Große geboren wurde. Wie man Mitschülern eine Klassenfahrt er­möglicht, wenn ihren Eltern das Geld dafür fehlt, beantwortet Google dagegen nicht. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt von ­Deutscher Bank, Deutsche Bank Stiftung und Social Impact an.

Wichtige finanzielle Unterstützung für das Projekt kommt von der Deutsche Bank ­Stiftung. „Baut Eure Zukunft passt hervorragend zu unseren Förderschwerpunkten“, sagt deren Geschäftsführerin Kristina Hasenpflug. Besonders wichtig sei das bei Schülern, die aus schwierigen Verhältnissen stammten oder in Armut aufwüchsen. „Gerade diese Jugendlichen haben das Gefühl, abgehängt zu werden“, sagt Hasenpflug. „Baut Eure Zukunft soll dagegen­wirken und mehr Chancengerechtigkeit bieten.“ So funktioniert das Projekt: Lehrer laden sich von der Homepage kostenlose Toolboxen herunter, zu Themen wie Armut, Gewalt, Mobbing, Zukunftsangst oder mit freier Themenwahl. Jede Toolbox enthält Kopiervorlagen für Lehrer, Einführungstexte und Arbeitsblätter. Dazu gibt es Videos auf der Homepage und auf YouTube. Die einzelnen Boxen sind so aufgebaut, dass die Schüler sie über sechs Schulstunden bearbeiten können, etwa im Rahmen einer Projektwoche. Jedes Thema gliedert sich in sieben Phasen, die an die Instrumente des nutzerorientierten Design Thinking anknüpfen.

"Design Thinking" als Werkzeug

Ein halbes Jahr hatten die Schulen Zeit, ihre Ergebnisse auf die Projektwebsite hochzuladen. Die sieben besten Teams erhielten eine Einladung nach Berlin, um zu beweisen, dass sie das Konzept des Design Thinking anwenden können, diesmal unter Zeitdruck. „Mit dem Wettbewerb wollen wir das Projekt in der Bildungslandschaft bekannter machen“, sagt Alexander Gallas. Er verantwortet bei der Deutschen Bank den Bereich Soziale Verantwortung und somit die Projekte und Initiativen des gesellschaftlichen Engagements der Bank in Deutschland. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Schulen von dem Ansatz zu überzeugen und so Schülern ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie gemeinschaftlich Probleme erkennen und lösen können.“

Die Sieger der Auftaktrunde: Charlotte, Alexander, David und Tobias vom Leibniz-Gymnasium St. Ingbert im Saarland möchten gemeinschaftliche Sportevents fördern, etwa Fußball, Tennis oder Bogenschießen. Alle Kinder sollen mitmachen können, egal aus welchen Verhältnissen sie stammen. Diese Events schaffen ein Bewusstsein für Armut in der Gesellschaft, argumentierten die Zehntklässler. 10 000 Euro erhielten sie als Gewinner des Wettbewerbs für ihre Idee. Damit gibt es das Projekt bald vielleicht nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf Sportplätzen im Saarpfalz-Kreis. Gute Ideen, das soll der Wettbewerb beweisen, schaffen es in die Wirklichkeit.

Wie die Deutsche Bank die Gemeinschaft stärkt:

Eine Projektauswahl des gesellschaftlichen Engagements

Born to Be: Verschiedene Jugendprogramme weltweit. Das Ziel: Barrieren abbauen, beispielsweise indem die Lücke zwischen dem, was Schulen lehren, und dem, was Arbeitgeber fördern, verringert wird. Unter dem Projektdach gab es beispielsweise in Südafrika eine Initiative, die Jugend­liche ermutigt hat, Lösungen für gesellschaftliche Probleme wie Umweltverschmutzung zu ent­wickeln. Auch Baut Eure Zukunft gehört zum Born-to-Be-Kosmos.

Deutsche Bank Sport-Stipendium: Sportförderung für talentierte Athleten. Seit 2001 engagiert sich die Deutsche Bank als Partner der Deutschen Sporthilfe, seit 2012 fördert sie mit dem Deutsche Bank Sport-Stipendium bis zu 400 studen­tische Athleten aus rund 30 Sport­arten mit jeweils 400 Euro pro Monat. Das Stipendium soll jungen Athleten die Möglichkeit geben, Training, Wettkämpfe, Ausbildung und Studium miteinander zu verbinden.

Made for Good: Das Start-up-Programm der Deutschen Bank und ihrer Stiftungen. Die Deutsche Bank unterstützt Unternehmer, die mit ihrem Start-up Ideen umsetzen möchten, um Armut, Arbeitslosigkeit oder ­Ausgrenzung zu überwinden. Dafür beraten Mitarbeiter der Bank sie beispielsweise ehrenamtlich, wenn es um Strategie und Finanzie­rung geht, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. 11754 Sozialunternehmen aus 33 Ländern haben seit 2016 von dem Programm profitiert.

Weitere Informationen

  • Foto: ABBI WENSYEL
    Zwei Tage lang erarbeiteten Schülerteams aus der ganzen Republik ihre Ideen und präsentierten diese dann bei der Deutschen Bank in Berlin.
  • Foto: ABBI WENSYEL
    Dabei zählte schnelle Problemlösung …
  • Foto: ABBI WENSYEL
    ... ebenso wie die Arbeit im Team.
  • Foto: ABBI WENSYEL
    Platz 1 erreichte ein Team aus dem Saarland: Sport verbindet, davon sind die Schüler des Leibniz-Gymna­siums St. Ingbert überzeugt. Sie wollen mit gemeinsamen Sportevents Armutsgrenzen überwinden.

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