Schnelles Zahlen steigert die Bequemlichkeit beim Kunden – und Instant Payments nutzen dem Händler: Bevor der Kunde aus dem Laden geht, ist das Geld auf dem Konto

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Schneller zahlen per Instant Payments

Die neue SEPA-Echtzeitüberweisung dauert nur wenige Sekunden. In vielen Bereichen dürfte sie künftig Zahlungen per Überweisung, Lastschrift, Bargeld, PayPal, Debit- und Kreditkarten ersetzen

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So läuft eine SEPA-Echtzeitüberweisung technisch ab

1 Auftraggeber initiiert Zahlung
2
Auftraggeberbank validiert den Auftrag, prüft Limits, reserviert den Betrag am Kundenkonto und sendet Zahlung an IPS
3
IPS validiert und sendet die Zahlung an Begünstigtenbank
4
Begünstigtenbank prüft und macht den Betrag verfügbar
5
Begünstigtenbank informiert gegebenenfalls Empfänger
6
Gleichzeitig bestätigt sie die Akzeptanz der Zahlung an IPS
7
IPS bestätigt Zahlung an Auftraggeberbank
8
Auftraggeber kann über die erfolgte Zahlung informiert werden


  • 1. Was sind Instant Payments?

    SEPA-Echtzeitüberweisungen ermöglichen Zahlungen innerhalb weniger Sekunden. Diese Zahlungen können rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres in Auftrag gegeben werden. Voraussetzung: Die beiden beteiligten Banken müssen Instant Payments anbieten. Aktuell gilt zudem noch eine Betragsgrenze von 15 000 Euro je Zahlung. Zu den 34 SEPA-­Ländern gehören die Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraums, die Schweiz und Monaco. Die ­Deutsche Bank bietet den Service ab dem 20. November 2018 an.

  • 2. Wer kann Instant Payments nutzen?

    Verbraucher, Unternehmen und Behörden: Alle können Instant Payments nutzen und damit Zahlungen mit Bargeld, Lastschriften, PayPal oder Karten ersetzen. Für Privatkunden wird vor allem die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen einfacher – im Onlinehandel und in Ladengeschäften, aber auch an Parkautomaten oder im ÖPNV. Besonders sinn­voll ist die Nut­zung von Instant Payments, wenn ein Geschäft Zug um Zug erledigt werden soll. Beispiel privater Gebraucht­wagenkauf: Wer sein altes Auto verkaufen will, trägt heute das Risiko, dass der Käufer nicht zahlt. Oder aber er übergibt dem Käufer Auto und Fahrzeugbrief erst, wenn das Geld auf seinem Konto eingegangen ist. Per Instant Payments können Vertrags­abschluss und Auto­übergabe zu beider Zufriedenheit direkt erfolgen.

  • 3. Was bringt das ganze für Unternehmen?

    Die Nutzung von SEPA-Echtzeitüberweisungen kann eine Reihe von Chancen bieten. Unternehmen sollten sie deshalb im Einzelfall prüfen, raten Experten. Im Online­handel etwa haben Händler via Instant Payments das Geld der Kunden direkt auf dem Konto. So können sie die Waren sofort nach der Bestellung gefahrlos ver­senden. Eigene Zahlungen können bei Unternehmen später beauftragt werden, weil sie per Instant Payments unmittelbar beim Empfänger eingehen. Kosten wie Interchange Fees bei Kreditkarten ode r Entgelte der Netz­­betreiber bei Debitkarten sind dauerhaft reduzierbar. Insbesondere die relativ teuren Eilzahlungen im Treasury dürften an Bedeutung verlieren, wenn die Zahlungsgrenze von 15 000 Euro künftig entfällt.

  • 4. Mit welchen Problemen müssen Unternehmen in der Startphase rechnen?

    Unternehmen sollten zunächst prüfen, welche IT-Systeme erweitert werden müssen. Dafür müssen die Anforderungen gecheckt werden: Werden Ausführungsbestätigungen oder Eingangsavisierungen benötigt? Welche Buchungsinformationen werden zur Verfügung gestellt und wann? Wie können Aufträge beim Zahlungsdienstleister eingereicht werden – einzeln oder auch als Datei? Da die Teilnahme am Verfahren freiwillig ist, muss die Erreichbarkeit der Geschäftspartner geklärt werden. Außerdem sollten Unternehmen gerade in der Anfangs­phase höhere Ablehnungsquoten bei den SEPA-Echtzeitüberweisungen einkalkulieren. Der Grund: Manuelle Prüfungen sind bei den Banken bei Instant Payments nicht mehr möglich; um die Sicherheit zu gewährleisten, werden Zahlungen im Zweifel erst einmal abgelehnt.

  • 5. Wann werden sich Instant Payments flächendeckend durchsetzen?

    SEPA-Echtzeitüberweisungen funktionieren nur, wenn die Banken von Sender und Empfänger diese Zahlungsart anbieten. Aktuell ist das in Deutschland und den meisten anderen Ländern noch längst nicht der Fall. Im Laufe dieses Jahres und vor allem 2019 dürfte sich das jedoch ändern. Für Unternehmen wird zudem auch der Service rund um Auftragserteilung, Avisierung und Buchung zunehmen. Zwar werden SEPA-Echtzeitüberweisungen etwas teurer sein als normale SEPA-Überweisungen. Dennoch schätzt EBA Clearing, ein Gemeinschaftsunternehmen in Europa operierender Banken, dass in drei oder vier Jahren die Hälfte aller Überweisungen in Echtzeit durchgeführt werden könnten.

Weitere Informationen
über die ­Zahlungsverkehrsexpertin Michaela Lux
michaela.lux@db.com


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