Dressurreiten: Das Ballett der Pferde ist Ergebnis harter Arbeit

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Präzision, Vertrauen, Können: Die Deutsche Bank Reitsport-Akademie fördert junge Ausnahmetalente im
Dressurreiten – und ebenso bei der Lebensplanung

Text: Anna Friedrich

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Wenn Franziska Stieglmaier auf ihrem Pferd sitzt, vergisst sie die Welt um sich herum. Die Dressurreiterin spürt dann jede Bewegung von DSP Dauphin, folgt seinem Rhythmus. Was für den Betrachter tänzerisch und leichtfüßig aussieht, ist harte Arbeit. Stieglmaiers Körper steht unter Hochspannung, bereits eine minimale Positionsänderung gibt dem Pferd ein Signal. Hier ist Präzision gefragt, denn jede noch so kleine Regung entscheidet über Sieg oder Niederlage.

Bei Stieglmaier ist es oft ein Sieg. Im Jahr 2016 gewann sie im Finale des Piaff-Förderpreises und schaffte es sogar auf Platz 3 der U-25-Weltrangliste. Das Reittalent wurde ihr in die Wiege gelegt: „Meine Eltern betreiben einen Reitstall. Pferde gehören quasi zu meiner DNA“, erzählt die 26-Jährige aus Roth bei Nürnberg. Sie konnte noch nicht einmal laufen, da schaute sie ihren Brüdern schon beim Ponyreiten zu, aus dem Kinderwagen heraus. Bruder Felix arbeitet inzwischen als Hufschmied, Bruder Martin ist Tierarzt. Franziska Stieglmaier hat sich als Pferdewirtin und Reitausbilderin selbstständig gemacht.

Die junge Dressurreiterin gehört zu den talentiertesten Nachwuchsreiterinnen in Deutschland und wird daher seit 2017 von der Deutschen Bank im Rahmen ihrer Reitsport-Akademie gefördert. Mit dieser Initia­tive will die Bank den sportlichen Erfolg und die berufliche Zukunft des olympischen Dressurreiternachwuchses in Deutschland sichern. Die Deutsche Bank engagiert sich seit Jahrzehnten in der Sportförderung und unterstützt junge Sporttalente verschiedener Disziplinen. Doch der Reitsport ist auch für sie etwas Besonderes: Er steht wie keine andere Sportart für Präzision und Partnerschaft – Werte, die auch zur Überzeugung der Deutschen Bank gehören.

Jahrzehntelange Tradition

Dreh- und Angelpunkt der Reitsportförderung ist das internationale Reitturnier CHIO Aachen, das die Deutsche Bank seit mehr als 60 Jahren unterstützt. Seit 1955 konkurrieren Dressurreiter um den weltweit renommierten Deutsche Bank Preis, den großen Dressurpreis von ­Aachen. Um auch den Nachwuchs zu ­unterstützen, hat die Bank im Jahr 2016 die Deutsche Bank Reitsport-Akademie ins Leben gerufen. „Die Erfolge, die der deutsche Dressurnachwuchs in den letzten Jahren erzielt hat, sind sehr vielversprechend. Sie zeigen, dass wir mit unserer Deutsche Bank Reitsport-Akademie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Höchstleistungen verdienen Förderung“, bekräftig Thorsten Strauß, weltweit für die Kunst-, Kultur- und Sportförderung der Deutschen Bank verantwortlich.

Jedes Jahr profitieren bis zu zehn Dressur­talente von der Förderung der Reitsport-Akademie. Stipendiaten können sich auf verschiedene Weise qualifizieren: So kommen beispielsweise Mitglieder der Perspektivgruppe Dressur sowie die Finalisten der Piaff- und Louisdor-Preise in die engere Auswahl. Wer es letztlich schafft, entscheiden der Dressurausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei und Bundestrainerin Monica Theodorescu. Stipendiaten können sich für das Folgejahr erneut für die Förderung qualifizieren, maximal vier Jahre lang.

Vielseitig engagiert

Die Deutsche Bank Reitsport-Akademie ist nur ein Beispiel für das Sport­engage­­­ment der Deutschen Bank. Seit 2001 engagiert sich die Deutsche Bank beispielsweise als Partner der Deutschen Sporthilfe, seit 2012 fördert sie mit dem Deutsche Bank Sport-Stipen­dium bis zu 400 stu­den­­­ti­sche Athle­ten aus rund 30 Sportarten. Auch außerhalb des Sports fördert der Bereich Kunst, Kultur und Sport zahlreiche Projekte und Institutionen. So wird jedes Jahr der Preis „Künstler des Jahres“ vergeben, der sich an Künstlerinnen und Künstler richtet, die vor dem internatio­nalen Durchbruch stehen. Im Bereich Kultur werden zum Beispiel im Rahmen der Partnerschaft mit der Jungen Deutschen Philharmonie hochbegabte junge Musikstudenten gefördert.

Weitere Informationen

  • Foto: Caroline Jüngling
    Eingespieltes Team: Franziska Stieglmaier und DSP Dauphin verstehen sich auch ohne laute Befehle
  • FOTOS: Karl-Heinz Frieler
    Volle Konzentration von Pferd und Reiterin beim Maimarkt-Turnier in Mannheim
  • Foto: Malte Christians
    Die Akademisten und ihre „Mini-Mentees“: Die Begeisterung für das Reiten weiterzugeben ist eine wichtige Aufgabe der Deutsche Bank Reitsport-Akademie
  • Foto: Thomas Hellmann
    Die Stipendiaten 2019: Anna Abbelen, Jil Marielle Becks, Hannah Erbe, Kathleen Keller, Lisa-Maria Klössinger, Bianca Nowag, Ninja Rathjens, Anna ­Magdalena Scheßl und Franziska Stieglmaier
  • Foto: Karl-Heinz Frieler
    Die Dressurreiterin Franziska Stieglmeier gehört zu den talentiertesten Nachwuchsreiterinnen in Deutschland …
  • Foto: ACP ANDREAS PANTEL
    … und wird seit 2017 von der Deutschen Bank im Rahmen ihrer Reitsport-Akademie gefördert

Ein Bankexperte als Karriereberater

Die Unterstützung durch die Bank setzt sich dabei aus mehreren Komponenten zusammen. Bei der Förderung geht es um weit mehr als nur um Geld. Die Nachwuchsreiterinnen erhalten individuelle Trainingseinheiten und eine Trainerausbildung bei renommierten Trainern. Stipendiatin Stieglmaier beispielsweise besucht regelmäßig Bundestrainerin ­Theodorescu: „Sie hat mir viel Ruhe und Geduld beigebracht“, erzählt sie. „Es ist toll, von einer so erfahrenen Reiterin zu lernen.“ Außerdem profitieren die Akademie-Reiterinnen von Startgenehmigungen bei hochklassigen Turnieren in Deutschland und England, dazu kommt die finanzielle Unterstützung. „Sie bildet den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere, denn Turniere kosten viel Geld“, sagt Theodorescu. Zu den Startgebühren kommen Fahrt- und Übernachtungskosten, die das meist geringe Preisgeld nicht ansatzweise deckt. „Mit der Förderung können die Stipendiaten auch ins Ausland zu Turnieren fahren, was dann natürlich mit noch höheren Kosten verbunden ist.“

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Die Förderung zahlt sich aus: Im vergangenen Jahr sammelten die Stipendiatinnen fast 40 Siege und Platzierungen auf Drei- und Viersterne-Grand-Prix-Niveau und mehr als 50 Siege und Platzierungen in der internatio­nalen U-25-Tour. Einer der wichtigsten Bausteine der Förderung ist das Tutorenprinzip: Die Bank stellt jeder Reiterin einen erfahrenen Mentor zur Seite, der ihr Karrieretipps gibt. Stieglmaier wird von Dietmar Amend von der Deutschen Bank Nürnberg unterstützt. Eine willkommene Förderung: „Ich profitiere nicht nur von seinen Erfahrungen, sondern auch von seinem Netzwerk“, sagt die gelernte Pferdewirtin. Amend hat ihr beispielsweise Tipps gegeben, wie sie ihre Selbstständigkeit am besten angeht. Selbst wenn Stieglmaier irgendwann nicht mehr Teil der Fördergruppe ist, bleibt sie der Deutsche Bank Reitsport-Akademie als Alumna verbunden – und wird dann auch weiterhin von Amend unterstützt.

Die Deutsche Bank Reitsport-Akademie fördert nicht nur die Nachwuchselite. Als Stipendiatin coacht sie auch selbst eine junge Amateurreiterin, genannt Mini-Mentee. Jedes Jahr gibt es eine neue Paarung. „Ich finde es toll, meine Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Stieglmaier, die selbst Reitunterricht gibt. Die Mini-Mentees müssen mindestens L-Dressur reiten, also auf mittlerem Leistungsniveau, und ein Bewerbungsvideo von sich drehen. „Die Bewerbungen übersteigen die freien Plätze bei Weitem“, sagt Tanja Traupe von der Deutschen Oppenheim, die selbst Mentorin von Hannah Erbe ist und ehemals internatio­nal erfolgreich im Dressursport unterwegs war. Heute steht sie der Reitsport-Akademie mit ihrem Wissen beratend zur Seite. „Für die Deutsche Bank ist diese Art Mentoring besonders wichtig“, betont sie. „ Wir möchten, dass viele talentierte Reiter Zugang zur Förderung erhalten, um die Begeisterung für den Dressur­sport auch in die Breite zu tragen.“

  • Bundestrainerin Monica Theodorescu: „Die Leistung entscheidet“ Viel mehr Bewerber als Plätze: Wer schafft es in die Deutsche Bank Reitsport-Akademie?

    Frau Theodorescu, wie werden Sie auf die Talente aufmerksam? 
    Meist über Turniererfolge, beispielsweise bei U-25-Turnieren. Aus deren Finals wähle ich häufig Stipendiaten aus – so wie Franziska Stieglmaier. Aber auch Reiter über 25 Jahre haben Chancen, wenn sie etwa im Grand-Prix-Sport erfolgreich sind.

    Und wonach wählen Sie aus?
    Rein nach der sportlichen Leistung. Ich suche gezielt nach Nachwuchstalenten, die wir mit der Förderung in den Spitzensport führen können.

    Wie oft treffen Sie sich mit ihnen?
    Sie trainieren über das ganze Land verteilt. Einige kommen auch mal zu Lehrgängen zu mir. Sonst sehen wir uns auf Turnieren. Ich verfolge natürlich die ­Performance der Stipendiaten, auch wenn wir uns nicht ständig sehen.

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