Vermögen weitergeben macht alten Menschen Freude – dafür geben sie mehr aus als für ihre Gesundheit

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Warum sparen ältere Deutsche?

Besonders im hohen Alter ist Vorsicht eine wichtige Motivation, zeigt eine aktuelle Studie

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In jungen Jahren sparen und später ­sorgenlos von den Reserven leben? Die meisten Deutschen beherzigen diese Lebensregel – aber nur bis zu einem gewissen Alter. Ab 75 Jahren, so zeigt eine neue Untersuchung von Deutsche Bank Research, sparen viele deutsche Senioren sogar noch fleißiger als in den Jahren davor. „Neben einer relativ hohen Sparquote während des gesamten Arbeitslebens ist der Anstieg in der zweiten Hälfte des Ruhe­stands bemerkenswert“, schreibt ­Orçun Kaya, Analyst bei Deutsche Bank Research und Autor der Studie. Und das liegt nicht allein daran, dass sehr alte Menschen weniger Geld ausgeben, einfach weil ihnen in den späten Jahren die Gelegenheit oder die Wünsche fehlen. „45 Prozent der Menschen ab 75 Jahren sagen, dass sie für eine mögliche Notsituation sparen“, so Analyst ­Kaya. Langlebigkeit und die damit möglicherweise verbundenen Kosten für medizinische Versorgung und Pflege sind dabei besonders wichtige Themen. Die Aufwendungen für Gesundheit machen statistisch rund acht Prozent der Ausgaben älterer Haushalte aus. Deutlich teurer sind Geschenke und Schenkungen an jüngere Generationen mit insgesamt elf Prozent aller Ausgaben.

Der Wunsch, den Nachkommen etwas zu hinterlassen, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Dabei wünschen sich ältere Menschen, dass ihre Erben das Geld nicht nur für den eigenen Vermögensaufbau oder die Altersversorgung verwenden (58 Prozent), sondern durchaus auch für die Erfüllung besonderer Wünsche oder Träume (49 Prozent).

Insgesamt gilt: Auch in Zeiten niedriger Zinsen liegt den Deutschen das Sparen am Herzen. Ihre Sparquote, also die Ersparnis im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen, liegt deutlich höher als in den meisten anderen europäischen Ländern. Im Jahr 2017 betrug die Sparquote in Deutschland beispielsweise rund zehn Prozent – das ist doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt. Nur die Schweden sparen noch mehr.

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Die Studie
„Warum sparen ältere Deutsche?“ Download unter
www.dbresearch.de

Grafik:
Im umgekehrten U zur Rente

Im umgekehrten U zur Rente

Im umgekehrten U zur Rente

In jüngeren Jahren wird am meisten Geld zurückgelegt. Doch im Alter ab 75 Jahren steigt die Sparquote von Deutschen wieder an.

Quelle: DIW (13+14/2018), Deutsche Bank Research Anhand einer Befragung von etwa 43 000 Haushalten

  Median-Sparquote (% des verfügbaren Haushaltseinkommens, links)

  Nettovermögen (Euro in Tausend, rechts)


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